BOX: Was steht in den neuen Tarifverträgen?

BOX: Was steht in den neuen Tarifverträgen?

20.10.2022 Eilmeldung

Liebe Mitglieder,

liebe Kolleginnen,

liebe Kollegen,

nach Ablauf der Erklärungsfrist möchten wir euch gerne über einzelne Inhalte der neuen, erstmaligen, Tarifverträge informieren.

Manteltarifvertrag MTV:

Unser Ziel war die Zusammenführung der jetzigen Rahmenverträge 1.6 und 1.7 mit deutlichen Verbesserungen. Folgende Punkte wurden umgesetzt:

 Schaffung einer einheitlichen vertraglichen Struktur für alle Mitarbeiter

 Dienstplanstabilität: mindestens 8 und bis zu 10 GDO pro Monat in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit (9 GDO nach acht und 10 GDO nach dreizehn Beschäftigungsjahren, Umsetzung zum 1.4.2023)

 Ab dem 01.66.2024 können bis zu zwei 4-GDO Blöcke requestet werden; auch zusammenhängend und monatsübergreifend

 Klare Regelungen zu Dienstplan-änderungen und dienstliche Erreichbarkeit mit dienstlichem Handy für alle

 zwei pauschale Diensttage für z.B. Pelesys Schulungen

 nach fünf Jahren Betriebs-zugehörigkeit 41 Urlaubstage und ab zehn Jahren Betriebszugehörigkeit 42 Urlaubstage

 Berücksichtigung der Zulagen bei der Urlaubsvergütung (Durchschnitt der vorangegangenen drei Monate)

 eine zusätzliche Urlaubsperiode H5 ab Urlaubsjahr 2024

 jeweils ein geplanter GDO vor und nach jeder Urlaubsperiode auch schon für 2023

 Einführung Anspruch Sonder-urlaubstage

 Festschreibung der Krankheits-vergütung von bis zu sechs Monaten und Berücksichtigung der Zulagen und DDC´s

Der MTV hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2025

Vergütungstarifvertag VTV:

Unser Ziel war hier eine signifikante Ver-besserung der Einkommensstruktur im Bereich FO/SFO und eine Anpassung aller Einkommensgruppen an die derzeit steigenden Lebenshaltungskosten. Das hier haben wir erzielen können:

 Schaffung einer einheitlichen und transparenten Struktur für alle Pilotinnen und Piloten

 Schaffung einer neuen Vergütungsstruktur mit eigenständiger SFO Tabelle

 Umwandlung des variablen Jahresbonus in die Monatsgrund-vergütung

 zusätzliche signifikante Erhöhung der Vergütung der FOs zwischen 13,8% und 24,6% in zwei Schritten zum 1.10.2022 und 1.4.2023

 zusätzliche signifikante Erhöhung der Vergütung der SFOs zwischen 11,6% und 20,7% in zwei Schritten zum 1.10.2022 und 1.4.2023

 zusätzliche Erhöhung der Vergütung der CPT um 8,5% in zwei Schritten zum 1.10.2022 und 1.4.2023

 Wegfall der Type-Rating-Kosten

 einheitliche Vergütung bzw. Regelung für einen Einsatz aus der Freizeit

 Festschreibung der zusätzlichen Schichtzulage von 20% der Monatsgrundvergütung

Der VTV hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2023.

Alterssicherung:

Unser Ziel war hier die erstmalige Etablierung einer betrieblichen Altersversorgung und Übergangs-versorgung. Hierzu wurde eine grundsätzliche Übereinkunft erzielt:

Dafür konnte ein arbeitgeberseitiges Volumen in Höhe von insgesamt 3% bezogen auf das Bruttogrundgehalt inkl. Schichtzulage und eine arbeitnehmerseitige Beteiligung in Höhe von 1,5% vereinbart werden.

Die strukturelle und tarifvertragliche Ausgestaltung wird in den nächsten Monaten unter Hinzuziehung von Experten erfolgen. Dieses sehr komplexe Thema bedarf noch genauerer Betrachtung um ein gutes Ergebnis zu erzielen. .

Was noch zu sagen ist…:

Liebe Mitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dem dargestellten Tarifpaket haben wir den erstmaligen Abschluss von Tarifverträgen für uns im Cockpit der AeroLogic erreicht. Dabei konnten wir – in nicht immer einfachen – jedoch stets konstruktiven – Verhandlungen, deutliche Verbesserungen für unsere Arbeits- und Einkommensbedingungen erzielen. Tarifverträge schützen und nützen! Wir haben eine gute Basis für die Zukunft geschaffen. Am 28. Oktober wollen wir mit der Arbeitgeberseite den letzten redaktionellen „Feinschliff“ von MTV und VTV besprechen, damit wir euch diese Tarifverträge in Gänze inkl. der zugehörigen Vergütungstabellen und aller Tarifvertragstexte vorstellen können.

Für die tarifvertragliche Ausgestaltung der Alterssicherung haben wir bereits zwei weitere Termine im November vereinbart.

Durch die kurze Laufzeit bei der Vergütung und der Alterssicherung können wir gemeinsam schon Ende des kommenden Jahres in neue Verhandlungen starten. Das ist besonders bei der anhaltenden hohen Inflation besonders wichtig. Außerdem haben wir uns mit der Arbeitgeberseite darauf verständigt, dass wir im kommenden Jahr Tarifverhandlungen zum Themenblock Teilzeit aufnehmen um die Möglichkeiten der Lebensgestaltung noch besser regeln zu können.

Der Anfang ist gemacht – und aus unserer Sicht gelungen. Wir danken für Euer Vertrauen und setzen auf Eure weitere Unterstützung!

Viele Grüße

Eure Aerologic TK-Cockpit

Rudolf Bronheim, Sven Hannemann,

Sven Weigelt und Holger Rößler (ver.di)

EWG: Starke Kritik an Eurowings Personalpolitik

EWG: Starke Kritik an Eurowings Personalpolitik

15.09.2022 Eilmeldung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auf den vergangenen Personalversammlungen der Kabine verkündete die Arbeitgeberseite in Zukunft Personal für die Eurowings GmbH im Ausland rekrutieren zu wollen. Deutschkenntnisse sollen dabei nicht mehr als Voraussetzung gelten.

Mit Blick auf andere Mitbewerber, die einen ähnlichen Weg gegangen sind, sehen wir durch dieses Vorhaben tarifierte Arbeitsbedingungen in Kabine und Cockpit langfristig bedroht. Deswegen positioniert sich ver.di klar gegen diesen einseitigen Vorstoß der Arbeitgeberseite, der weder mit den Tarifpartnern, noch mit den betrieblichen Mitbestimmungsgremien abgesprochen ist.

Möchte sich Eurowings damit ein Beispiel an Ryanair und Co. nehmen? Konkurrierende Airlines auf dem europäischen Markt haben diese Praxis bereits für sich entdeckt und perfektioniert: Gezielt wird in krisengebeutelten Ländern mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit nach Menschen gesucht, die in ihrer Heimat oftmals kaum noch Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt geboten bekommen. Diese missliche Situation wird im Anschluss von den Airlines (aus-)genutzt, um genau dort neue Beschäftigte für ihre Basen in wirtschaftlich stärkeren Ländern zu rekrutieren und sie zu meist prekären Bedingungen einzustellen und Tarifverträge im Anschluss mithilfe von Leiharbeitsunternehmen zu unterlaufen.

Die Folge dessen ist ein Druckaufbau auf die „teurere“, meist ältere Bestandsbelegschaft, die zu tarifierten, besseren Arbeitsbedingungen angestellt ist. Die Durchsetzbarkeit von guten Arbeitsbedingungen in Tarifverträgen bröckelt und eine Spirale der Abwertungen und Absenkungen wird ausgelöst, denn die neu rekrutierten Kolleginnen und Kollegen sind aufgrund ihrer misslichen und abhängigen Situation oftmals nicht in der Lage gegen schlechte Bedingungen zu protestieren.

Das werden wir nicht akzeptieren und deshalb gilt es diesen möglichen Prozess bereits im Anfangsstadium zu kritisieren und zu stoppen.

Doch selbst, wenn die beschriebene Situation nicht die Intention der aktuellen Geschäftsführung ist, dann wäre durch die neuen Voraussetzungen zukünftigen Akteuren auf Arbeitgeberseite Tür und Tor dafür geöffnet.

Viele andere Punkte sprechen aus unserer Sicht gegen die Rekrutierung im Ausland:

– Die Arbeitssprache würde sich ändern. Dies hätte Auswirkungen auf Arbeitsprozesse an Bord, beim Briefing und auf die Zusammenarbeit und das soziale Miteinander der Crews.

– Trainings müssten grundsätzlich verändert werden und an Trainer würden deutlich höhere Erwartungen gestellt werden. Wir halten es auch aus Sicherheitsaspekten weiterhin für richtig, wenn Trainings in der Muttersprache der mehrheitlich deutschsprechenden Crews stattfinden.

– An unterschiedlichsten Stellen würde es durch diese Veränderung zu einer Mehrbelastung für Beschäftigte kommen. Lediglich Purser müssten künftig die deutsche Sprache beherrschen. Der überwiegende Teil unserer Passagiere möchte und wird auch in Zukunft an Bord mit uns deutsch sprechen wollen. Wenn im ungünstigsten Fall alle FBs an Bord nur Englisch sprechen, dann werden allein Purser die Kommunikation und Betreuung der Passagiere übernehmen müssen.

– Wir sehen darin jedoch auch einen Qualitätsverlust unseres Produktes ggü. unseren Passagieren. Sie erwarten von der Marke Eurowings deutschsprechendes Personal, mit dem sie barrierefrei kommunizieren können. Dadurch heben wir uns von Wettbewerbern wie Ryanair und ähnlichen ab. Ein starkes Argument für Eurowings. An dieser Stelle befürchten wir auch wirtschaftliche Auswirkungen aufgrund dieser Entscheidung.

Als ver.di stehen wir für eine starke und selbstbewusste Eurowings GmbH im Lufthansa Konzern. Das haben wir mit unseren Tarifkommissionen bereits in der Vergangenheit bewiesen als andere Gewerkschaften ein Wachstum bei EWG aufgrund ihrer Konzernpolitik zulasten hunderter Kolleginnen und Kollegen aus Cockpit und Kabine verhindern wollten. Ohne unser klares Bekenntnis zur starken EWG im Konzern und der daraus abgeleiteten Tarifarbeit und -Abschlüssen hätten viele Kolleginnen und Kollegen aus Cockpit und Kabine, z.B. aus der Air Berlin, keine berufliche Perspektive in der Eurowings gefunden.

Auch diese Herausforderung und damit die Absicherung von tarifierten Arbeitsplätzen in Deutschland können wir als Kabine und Cockpit nur gemeinsam bewältigen. Die Antworten auf mangelnde Bewerberzahlen in Deutschland können nur tariflich durch bessere und attraktive Vergütungs- und Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Dann wird ein Personalwachstum mit neuen sowie berufserfahrenen Kolleginnen und Kollegen vom lokalen Arbeitsmarkt möglich sein. Lasst uns dafür solidarisch zusammenstehen und aktiv werden. Wir informieren in Kürze zu unserem weiteren Vorgehen diesbezüglich.

Da wir u.a. solche strategischen Ausrichtungen der Unternehmensführung im Sinne der Beschäftigten wirtschaftlich kompetent hinterfragen möchten, treten wir als Gewerkschaft mit einem geschulten Team aus dem Luftverkehr bei der Aufsichtsratswahl als „ver.di“-Liste an. Daneben können wir euch die betriebliche Arbeitnehmerliste „Kabine & Cockpit ver.eint!“ ans Herz legen, die die gleichen Ziele verfolgt.

Wir wollen die Belegschaften der Kabine und des Cockpits der Eurowings mit ihren Interessen im Aufsichtsrat in den Mittelpunkt stellen. Keine Konzernpolitik zulasten unserer EWG, sondern gemeinsames Eintreten für eine starke, selbstbewusste Eurowings. Diese Haltung ist wählbar. Wir freuen uns, wenn du uns bei der Aufsichtsratswahl mit deiner Stimme unterstützt.

DLH: Solidarität mit den streikenden Pilotinnen und Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo 

DLH: Solidarität mit den streikenden Pilotinnen und Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo 

02.09.2022 Eilmeldung

Liebe Kolleginnen und Kollegen des Flight Decks der Lufthansa und Lufthansa Cargo,

liebe Kolleginnen und Kollegen der Vereinigung Cockpit,

lieber Stefan,

die ver.di-Bundesfachgruppe Luftverkehr und Maritime Wirtschaft und die Aircrew Alliance senden Euch unsere Solidarität für den heutigen Streik. Es ist wichtig, dass Ihr dieses Zeichen setzt und mit Eurem Ausstand der Lufthansa-Geschäftsführung signalisiert, dass der Umgang mit Euch und den Anliegen der Pilotinnen und Piloten nicht haltbar ist. Die VC hat alles getan, um Eure Anliegen am Verhandlungstisch zu klären. – Zur Klärung nicht bereit war die Lufthansa. Für diesen Streik trägt die Lufthansa deshalb die alleinige Verantwortung.

In diesen Zeiten ist es besonders wichtig, dass wir gemeinsam für jede und jeden einzelnen Beschäftigten einstehen. Wir wünschen Euch viel Kraft und Durchhaltevermögen für die kommenden Verhandlungen und ggf. weitere Arbeitskämpfe. Wir fordern gleichzeitig die Lufthansa Geschäftsführung auf, Euch ein verhandlungsfähiges und vernünftiges Angebot vorzulegen sowie von der Verzögerungstaktik und der Geringschätzung die sie den Beschäftigten entgegenbringt Abstand zu nehmen.

 

Solidarische Grüße

Christine Behle

stellvertretende ver.di-Vorsitzende – Bundesfachbereichsleiterin Öffentliche und private Dienstleistungen, Sozialversicherungen und Verkehr

Dennis Dacke

Gewerkschaftssekretär der Aircrew Alliance

UFO Ergebnis: Opium fürs Volk & keine Antwort auf Probleme – Zeit für einen Neuanfang

UFO Ergebnis: Opium fürs Volk & keine Antwort auf Probleme – Zeit für einen Neuanfang

12.08.2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

soeben haben wir alle erfahren, was in den geheimen und intransparenten Verhandlungen zwischen Lufthansa und UFO verhandelt wurde: 5x 240 Euro brutto Einmalzahlungen bei Vollzeit (Teilzeit pro rata, d.h. bei z.B. 51,09% = jeweils 122,62 Euro brutto) zwischen August und Dezember diesen Jahres.


Leider kein Scherz: Erst lässt sich UFO die Streikfähigkeit in diesem Rekordsommer, wo alle anderen Gewerkschaften starke nachhaltige Tarifabschlüsse machen, billig abkaufen und dann gibt es wieder nur einmaliges „Opium fürs Volk“. Nach dem Motto: Einmalig etwas mehr Geld für den Sommer, damit alle brav die Füße stillhalten und gar nicht mitbekommen, dass die Gehälter nicht dauerhaft erhöht werden.

Auf was wird hier gewartet? Auf die nächste Wirtschaftskrise, die im Herbst/Winter droht und überall in den Medien schon präsent ist, um dann den nächsten Krisentarifvertrag, für den man unbedingt gebraucht wird, zu vereinbaren?


Es braucht gerade jetzt dauerhafte und starke Vergütungserhöhungen, denn die hohe Inflation frisst unsere Gehälter auf. Im Herbst/Winter wird sich die wirtschaftliche Ausgangslage aller Voraussicht nach (stark) verschlechtern und unsere Durchsetzungsfähigkeit als Kabine wird eine geringere sein.

Ebenfalls beantwortet das Ergebnis nicht die großen Baustellen und Probleme unserer Kabine:

  • •Inflationsausgleich durch nachhaltige Vergütungserhöhungen für alle – Fehlanzeige!
  • •Umgang mit TV Krise – die Kabine zahlt trotz Gewinne weiterhin!
  • •Zukunft des MTVs – wird der Arbeitgeber sich mit der Saisonalisierung durchsetzen?
  • •Dauerhafter Beschäftigungsschutz – Discover, CityLine 2.0, etc. stehen vor der Tür!
  • •Zukunft des SMKs – Thema wird weiterhin auf die lange Bank geschoben!

  • Dieser Abschluss zeigt erneut, dass es einen tariflichen Neuanfang für uns als Lufthansa Kabine braucht. Unsere Kabine kann nicht weiterhin zusehen, wie die eigene Gewerkschaft die Druckmittel der Belegschaft aus der Hand gibt und dafür nur einmalige, nicht nachhaltige Verbesserungen nach dem Trostpflasterprinzip erzielt und dabei die großen Themen und Baustellen der Kabine, die immer belastender werden, außen vor lässt und auf die lange Bank schiebt.


    In den vergangenen Tagen haben wir zahlreiche Anrufe und Nachrichten von euch erhalten. Das Interesse an einer neuen, starken tariflichen Vertretung für die Lufthansa Kabine ist groß.


    Bereits über 110 Kolleginnen und Kollegen aus unserer Kabine sind in den letzten Stunden in ver.di und der Aircrew Alliance eingetreten. Ein starkes Signal!


    Aus den Gesprächen und Nachrichten haben wir Fragen und Antworten zusammengefasst:


    „Wofür steht ver.di? Was sind die nächsten Schritte?

    ver.di steht für eine transparente und beteiligende Tarifarbeit. Das bedeutet: Nicht im Hinterzimmer werden Forderungen aufgestellt, die im Anschluss niemand wissen darf, sondern Forderungen werden gemeinsam mit der Kabine und den ver.di Mitgliedern aufgestellt und kommuniziert. Jede Person kann sich dabei in der Forderungsfindung einbringen. Das Ergebnis daraus verstehen wir als Auftrag für die im Anschluss stattfindenden Verhandlungen. Dabei gibt es nach jeder Verhandlungsrunde eine transparente Kommunikation, damit alle wissen, wie der aktuelle Stand ist. Wir werden zeitnah die Forderungsbefragung starten.


    „Ist ver.di rechtlich in der LH Kabine streikfähig?“

    Ja, ver.di hat keine Friedenspflicht unterzeichnet.


    „Wie kann ich von der UFO zu ver.di mit der Aircrew Alliance wechseln?“

    Dafür bieten wir einen Kündigungsservice an, den du ganz einfach vom Handy aus nutzen kannst – ohne Drucker und Postversand. Wende dich dazu bei Interesse an emilio.rezzonico@verdi.de oder per WhatsApp unter dieser Nummer (Klick). Für die Dauer der UFO-Kündigungsfrist beträgt der ver.di Mitgliedsbeitrag 2,50€/Monat.


    „Ist die Aircrew Alliance in ver.di nicht noch zu klein und unbedeutend?“
    ver.di ist mit der Aircrew Alliance heute schon die größte Gewerkschaft für fliegendes Personal. Insgesamt vertritt ver.di über 1,9 Millionen Beschäftigte in Deutschland und ist damit die zweitgrößte Gewerkschaft der Welt. Die Aircrew Alliance in ver.di ist der Spezialbereich für fliegendes Personal, um auf die besonderen Bedürfnisse (z.B. rechtlicher Art) eingehen zu können. In folgenden Flugbetrieben ist ver.di heute schon Mehrheitsgewerkschaft und damit tarifführende Gewerkschaft für Crews in Deutschland: Condor Kabine, TUIfly Kabine, Eurowings Kabine, EasyJet Kabine & Cockpit, Ryanair Kabine, LH Cityline Kabine, European Air Transport Cockpit, DHL Austria Cockpit und Aerologic Cockpit.


    Eure ver.di & Aircrew Alliance Kolleginnen und Kollegen

DLH – Die Kabine schaut mal wieder in die Röhre? Das muss nicht sein!

DLH – Die Kabine schaut mal wieder in die Röhre? Das muss nicht sein!

10.08.2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit Wochen und Monaten herrscht im Luftverkehr eine Situation, die besonders für uns Beschäftigte fordernd oder teils überfordernd ist. Denn Airlines stellen Flüge ins Programm, für welche die während der Coronapandemie geschrumpften Personalkörper am Boden und in der Luft nicht mehr stark genug aufgestellt sind.

Das hindert Unternehmen wie die Lufthansa jedoch nicht daran, die Belastungsgrenzen von uns Beschäftigten tagtäglich weiter auszutesten. ver.di hat dazu öffentlich, auf der politischen Ebene und im Aufsichtsrat scharfe Kritik geäußert.


Mit unseren ver.di Tarifkommissionen im Luftverkehr haben wir in der Krise auf kurzfristige, schnell endende Krisenbeiträge gesetzt, die einen sicheren Kündigungsschutz boten. So konnten wir die aktuelle Situation an zahlreichen Stellen inzwischen nutzen, um nachhaltige Verbesserungen für unsere Mitglieder wie zuletzt beim LH Boden, aber auch in der Kabine und im Cockpit in anderen Airlines, wie Eurowings, easyJet oder Condor, tariflich zu vereinbaren. Konkrete Beispiele dafür haben wir euch untenstehend zusammengefasst.


Vor diesem Hintergrund ist die tarifliche Situation der Lufthansa Kabine umso ernüchternder: Der weiterhin laufende Krisen-Tarifvertrag, keine Streikmöglichkeit, große offene Baustellen wie die Überführung der SMK-Kolleg*innen, der Wunsch der LH, den gesamten Personalkörper zu saisonlisieren sowie ein offener MTV, fehlende Transparenz und unzureichende Kommunikation zu Verhandlungen und Druck auf die Arbeitsbedingungen durch untarifierte, neue AOCs im Konzern – all das sind keine positiven Aussichten.

Eine Gewerkschaft muss in der Lage sein, transparente, schlüssige und in der Belegschaft akzeptierte tarifliche Antworten auf diese Herausforderungen geben zu können: Wieso werden weiterhin Krisenbeiträge gezahlt, obwohl LH wieder Gewinne schreibt? Wie schafft man eine nachhaltige Sicherung der Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätze, wenn der Konzern Dumping-AOCs aufbaut? Wie werden die Vergütungen dauerhaft erhöht, um die hohe Inflation auszugleichen? Wieso soll die LH Kabine immer weiter geben, indem Arbeitsbedingungen abgesenkt werden (sollen)?


Gleichzeitig erleben wir, wie unersetzlich eine politisch durchsetzungsstarke Lobby für Beschäftigte im Luftverkehr ist, denn in den Unternehmen gibt es eben nicht nur tariflich und betrieblich offene Themen und Herausforderungen, sondern auch Themen, die sich nur politisch wirkungsvoll lösen lassen. Die Diskussionen rund um Klimaschutz und Nachhaltigkeit müssen mit den Interessen der Beschäftigten, auch unserer Kabine, verbunden werden. Gelingt das nicht, stehen Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen auf dem Spiel.


Vor dieser Gesamtsituation möchten wir euch als ver.di mit unserer Aircrew Alliance anbieten, die tarifliche und politische Vertretung der Lufthansa Kabine zu übernehmen.

Wir stehen für Transparenz, offene Strukturen und echte Beteiligung. Tarifverhandlungen hinter geschlossenen Türen mit Tarifergebnissen, die so undurchsichtig sind, dass sie kaum jemand versteht, lehnen wir ab. Ehrliche Diskussionen und Bewertungen von Verhandlungsergebnissen sind der bessere Weg.

Um diese Rolle in Zukunft übernehmen zu können, brauchen wir den Rückhalt aus der Belegschaft, also von euch. Denn eine Gewerkschaft ist nur durchsetzungsfähig und -stark, wenn sie eine starke Mitgliederbasis hat.


Erfreulicherweise starten wir hier nicht bei null. Hunderte Kolleginnen und Kollegen sind bereits seit Jahren, viele weitere Hunderte seit einigen Monaten Mitglied in ver.di und der Aircrew Alliance.


Uns fehlen nur noch 800 weitere Kolleginnen und Kollegen, um die Rolle der Mehrheitsgewerkschaft in der Lufthansa Kabine übernehmen zu können.

Wenn auch du findest, dass es einen tariflichen Neustart für die Lufthansa Kabine braucht, dann werde ver.di- und damit Aircrew Alliance Mitglied unter https://aircrewalliance.com/mitglied-werden/ .


Wir sind bereit! Bist du es auch?


P.S.: Gewerkschaftsmitglieder, die von einer anderen Gewerkschaft zu ver.di und der Aircrew Alliance wechseln möchten, zahlen bis zum Ablauf der gekündigten, vorherigen Mitgliedschaft nur 2,50 Euro/Monat ver.di & Aircrew Alliance-Mitgliedsbeitrag, damit eine finanzielle Doppelbelastung nicht eintritt. Für weitere Fragen dazu, melde dich gerne bei uns unter emilio.rezzonico@verdi.de oder klicke hier für den WhatsApp-Kontakt.

Eure ver.di & Aircrew Alliance Kolleginnen und Kollegen



ver.di Tarifabschlüsse im Luftverkehr

Lufthansa Boden:

– 200€ mehr monatlich ab 1.7.22

– weitere 2,5% monatl. mehr, mind. aber 125€ ab 1.1.23

– weitere 2,5% monatl. mehr ab 1.7.23

– (Krisenbeiträge bereits beendet)


Eurowings Kabine:

– dauerhafte Erhöhung der Vergütungen in Höhe der Jahresinflation 2022 ab 1.1.23

– dauerhafte Erhöhung der Vergütungen in Höhe der Durchschnittsinflation Jan-Okt 2023 ab 1.12.23

– sofortige Einführung einer 4-Leg-Zulage in Höhe von 50€ pro Dienst mit vier Legs

– zusätzlicher Corona-Bonus in Höhe von 400€

– sofortige Erhöhung der Mehrflugstundenvergütung von Pauschalbetrag zu individuellen Stundenvergütungen

– sofortige Einführung einer Nachtflugzulage in Höhe von 35€/Dienst

– sofortige Einführung einer Ferry-Zulage in Höhe von 35€/Dienst

– (Krisenbeiträge bereits beendet)


Condor Kabine (Tarifabschluss innerhalb Friedenspflicht):

– Erhöhung der Vergütungen um 4% zum 1.1.23

– Erhöhung der Vergütungen zum 1.1.24 in Höhe der Inflation, mind. aber 3%


EasyJet Kabine:

– Einmalzahlung in Höhe von 4.000-4.500 Euro

– Erhöhung der Vergütungen um 5% zum 1.10.22

– Erhöhung der Vergütungen um weitere 3,2% zum 1.4.23


FraGround:

– Erhöhung der Stundenlöhne um 12,6-12,9 Prozent zum 1.7.22

– Sommerprämie in Höhe von 700€


AHS DUS & CGN:

– Erhöhung der Stundenlöhne um 2,52€ bis 2,79€ in zwei Schritten = 17,24-25,91% Erhöhung


Aviapartner:

– Erhöhung der Monatseinkommen um 300 Euro zum 1.7.22

TUI Tarifverhandlungen aufgenommen – ver.di TKen beraten Forderungen und weiteres Vorgehen

TUI Tarifverhandlungen aufgenommen – ver.di TKen beraten Forderungen und weiteres Vorgehen

22.07.2022 Eilmeldung

am 4. Juli 2022 haben in Hannover Tarifverhandlungen zu dem Thema Altersteilzeit begonnen. In den Verhandlungen zu der Krisenvereinbarung Anfang 2021 hatten wir eine Fortführung der Altersteilzeitregelungen gemäß den Tarifverträgen für Kabine und Boden bei der TUI Fly gefordert. Die entsprechenden Tarifverträge sind bereits Ende 2020 ausgelaufen und nicht mehr verlängert worden. Damals wurden diese Forderungen von TUI Fly abgelehnt.

Über den Konzernbetriebsrat der TUI AG konnten jetzt neue Regelungen zur Altersteilzeit erreicht werden. Da diese Regelungen bei der TUI Fly in Tarifverträgen vereinbart waren sind wir jetzt wieder in Verhandlungen.

Schon bei Beginn der Verhandlungen wurde deutlich, dass der Arbeitgeber kaum dazu bereit ist, von der Rahmenvereinbarung im Konzern abzuweichen. Zu den notwendigen spezifischen Tarifregelungen für die TUI Fly gehört für uns zunächst der Anspruch der einzelnen Kolleg*innen auf Altersteilzeit. Nach Arbeitgebersicht soll dieser sich nach dem Prinzip der „doppelten Freiwilligkeit“ richten, d.h. das Unternehmen kann einseitig und ohne Begründung – damit willkürlich – Anträge auf Altersteilzeit ablehnen. Dieser Arbeitgeberwillkür werden wir in einem Tarifvertrag nicht zustimmen.

Auch die Frage der Berechnungsgrundlagen für das Altersteilzeitentgelt muss bei der TUI Fly anders geregelt werden. Hier geht es insbesondere um die variablen Zulagen und Zuschläge, die in der Kabine im Jahresverlauf bis zu 50, am Boden bis zu 30 Prozent der Monatsvergütung betragen können. Dazu gehören zum Beispiel die Vergütung von Mehrflugstunden oder die Schichtzulagen am Boden. Altersteilzeit müssen sich die Kolleg*innen auch leisten können ohne Altersarmut zu riskieren.

Zu beiden strittigen Themen hatten die ausgelaufenen Tarifverträge praktikable Regelungen, die so fortgeführt werden können.

Darüber hinaus beinhaltete der in der Kabine ausgelaufene Tarifvertrag weitere Angebote auch für jüngere Beschäftigte. Dazu gehörten zum Beispiel Ausbildungs- und Studienzuschüsse. Auch diese wollen wir für die Kabine – und künftig dann auch am Boden – weiterführen.

Insbesondere die Altersteilzeit hilft bei der Entlastung der älteren Kolleg*innen und gibt diesen eine vorzeitige Ausstiegsperspektive. Entlastung die angesichts der großen Belastung aller Beschäftigten bei der TUI Fly dringend geboten ist.

Aber auch die anhaltend hohe Inflation belastet uns Alle zunehmend. Angesichts eines „Einfrierens“ der Vergütungen im Rahmen der Krisenvereinbarung bis 2024 (Kabine) ist es für Viele kaum vorstellbar, wie Gasrechnungen, Tanken und insgesamt der Lebensunterhalt bestritten werden können. Die Auszahlung einer Corona-Prämie Anfang dies Jahres war dabei allerhöchstens ein „sehr kleiner Tropfen auf einem sehr heißen Stein“.

Auch wenn wir – anders als bei den Themen Altersteilzeit, Ausbildungs- und Studienzuschüsse – zur Vergütung nicht streiken dürfen (sogenannte „Friedenspflicht“) werden wir das Thema in den Verhandlungen aufgreifen. Andere Unternehmen haben aktuell gleichfalls bei laufenden Vergütungstarifverträgen einer Anhebung der Vergütungen zugestimmt und – zumindest teilweise – einen Inflationsausgleich gewährt. Dazu gehören zum Beispiel Fraground, Gate Gourmet oder die Condor.

Wir erwarten die Fortsetzung der Verhandlungen in den nächsten Wochen und werden weiter berichten.

Eure

ver.di Tarifkommissionen

TUI Fly Boden & Kabine

BOX Substantielle Fortschritte in den Tarifverhandlungen

BOX Substantielle Fortschritte in den Tarifverhandlungen

15.07.2022 Eilmeldung

wir haben unsere Tarifverhandlungen am 12. und 13. Juli fortgesetzt. Wir konnten in den Verhandlungen substantielle Fortschritte erzielen.

Über die Regelungen in einem Manteltarifvertrag, wie zum Beispiel zu Urlaub, Sonderurlaub, freien Tage, Entgelt-fortzahlung, konnten wir eine grundsätzliche Einigung erzielen. Diese Einigung wird jetzt redaktionell ausgearbeitet. Diese redaktionelle Arbeit wird im September erledigt sein. Anschließend werden wir euch umfangreich und detailliert informieren.

Darüber hinaus sind wir vertieft in die Gespräche zu einem künftigen Vergütungstarifvertrag und insbesondere dessen Tabellenstruktur für unser bestehendes Einsatztagemodell eingestiegen. In diesem Themengebiet haben wir die wesentlichen Eckpunkte dazu besprochen. Auch hier folgen die Details zeitnah.

Demnächst werden wir, so wie vereinbart, auch in die Gespräche über die Alterssicherung einsteigen.

Die nächsten Verhandlungstermine sind für den September festgelegt.

Viele Grüße

Eure Aerologic TK-Cockpit

EZY: Easyjet cabin crew warning strike tomorrow

EZY: Easyjet cabin crew warning strike tomorrow

09.06.2022 Pressemitteilung, Streikmeldung

ver.di is calling on the around 450 cabin crew members at easyjet Germany in Berlin to go on warning strike on Friday between 5:00 a.m. and 10:00 a.m. Passengers must expect numerous flight cancellations and delays.

The background to the warning strike is the ongoing negotiations for the employees wage-CLA of the cabin crew members. „The employers have not presented us with a new offer to increase remuneration and thus provoked the warning strike themselves,“ says Holger Rößler, ver.di negotiator at easyjet.

In the current collective bargaining negotiations, ver.di is demanding compensation for the current price increases, but at least a 5 percent increase in remuneration and a one-off payment in the amount of a monthly salary including shift and sector allowance. The term of the collective agreement should be until December 31, 2022.

„The exorbitantly increased prices and the large additional burden on board due to the chaotic restart phase of the entire industry show that our demands are more than justified. It is high time that the cabin crews were rewarded for this,” demands Rößler.

ver.di is the trade union responsible for all easyjet business areas in Germany. These include cabin, cockpit, technology and administration. The Berlin location is the only remaining base in Germany.

There is currently no new hearing date.

DHA: Update bargaining committee and next steps

DHA: Update bargaining committee and next steps

28.05.2022 Eilmeldung

Dear Colleagues,

We would like to give you an update regarding of our actual situation.

After few months working behind the scenes, setting up the legal aspects to create a new union in this new company, here comes the time to notify the DHA management that ver.di is representing the trade union interests of its members and ask for an initial meeting together with your former CC representatives.

In the meantime, we are also preparing the set up for the election of a so-called “ver.di Tarifkommission” (Bargaining committee)

In order to be prepared for future negotiations. The union bargaining committee has the following tasks:

  • establishment of claims for collective bargaining
  • negotiating collective agreements
  • acceptance or rejection of negotiation results
  • declaring the failure of negotiations
  • cancellation of existing collective agreements
  • application for industrial action measures to the ver.di Federal Executive Board
  • Conclusion of collective agreements

The bargaining committee will elected by all ver.di-members only.

As already mentioned in our March update, there is a dual system of corporate advocacy in Germany. A bargaining committee does not replace a Works Council that is responsible for the „daily things“ and has enshrined co-determination rights. The establishment of a Works Council should then be the logical further step.

As you know, this is the time we need to be united in order to maintain what we brought from our past and change the rest for good. The stronger we are, the more we can achieve together! So, if you would like to join ver.di, becoming a member is very easy, have a look at our page translated in many languages!

Best regards

Elisabetta Nobili, Pieter Deridder and Holger Rößler (ver.di)

CFG: gemeinsamer Brief von UFO, VC und ver.di

Demonstrant mit Plakat Aufschrift "Mayday"

CFG: gemeinsamer Brief von UFO, VC und ver.di

25.05.2022 Eilmeldung

Gemeinsamer Brief der Gewerkschaften UFO, Vereinigung Cockpit und ver.di

Sehr geehrter Herr Teckentrup,

Sehr geehrter Herr Hundt,

Sehr geehrter Herr Schmitt,

Sehr geehrte Frau Weißmüller,

wenn Ihnen alle drei im Betrieb vertretenen Gewerkschaften in einem gemeinsamen Brief schreiben, ist Ihnen der Ernst der Lage sicherlich schon auf Grundlage des Formates bewusst.

Wir als Condor-Beschäftigte sind Leid gewohnt. Wir sind auch große Belastungen gewohnt. Wir waren bisher auch immer bereit zum Wohle der Firma und zum Erhalt unserer Arbeitsplätze viel zu investieren. Diesen Invest haben wir auf unser Vertrauen in die Firma gestützt. Im Gegenzug erwarten wir einen Umgang mit uns, der im Einklang mit unseren tariflichen und betrieblichen Mindeststandards steht. Wir erwarten, dass die Geschäftsleitung stets tarifkonform und stets nach unseren Betriebsvereinbarungen handelt. Alles andere ist nicht hinnehmbar.

Leider erleben wir derzeit bereichsübergreifend genau das Gegenteil. Die krisenangepassten Tarifvertragsreglungen von allen Gewerkschaften ermöglichen es der Condor uns als Crews – egal ob im Cockpit oder der Kabine erhöht und flexibler einzusetzen. Das dies für eine erhöhte Belastung sorgt ist selbsterklärend. – Das ist auch in der Geschichte mit TC Insolvenz, gescheitertem PGL Verkauf und Corona unser schmerzliches, aber zugleich auch wertschätzendes Zugeständnis an unsere Condor. Was wir der Condor nicht zugestehen ist all das, was darüber hinaus auf uns regelrecht einprasselt. Tägliche operative Veränderungen seitens der Firma, augenscheinliche Brüche von tariflichen oder betrieblichen Standards und die damit leider oft einhergehende Nichtkommunikation sind unhaltbar und verärgern uns.

Der Sommer wird der wichtigste in der Geschichte unserer Condor – das ist uns allen bewusst. Nichtsdestotrotz sind wir in der Kabine, Flight Deck aber auch in OPS und Technik diejenigen die diesen Sommer gemeinsam stemmen müssen. Dafür brauchen wir Ihre Zusage, dass Sie sich an das halten, was die Gewerkschaften und die Personalvertretung mit Ihnen vereinbart haben.

Wir halten uns an unsere Regelungen, Abläufe und gesetzlichen Vorschriften. Wir erwarten dies auch von unserer Arbeitgeberin. Wir erwarten zeitgleich kein sprichwörtliches Katz- und Maus-Spiel im Einsatz oder kreative Auslegungen der Mindeststandards. Sie tragen Verantwortung für jede und jeden einzelnen von uns. Die Herren Teckentrup, Hundt, Schmitt und Frau Weißmüller – nehmen Sie diese Verantwortung ernst.

Der Sommer wird hart, dass zeigt sich jetzt schon in personalmangelbedingten Annullierungen und der Masse an Flugstunden die sich anhäufen. Viele von uns stehen schon jetzt an der individuellen Belastungsgrenze. Das sorgt nicht nur für Frust, sondern auch für Wut und Unmut von vielen. Das kann nicht das Ziel von Condor sein. Die Fatigue-Reporte der letzten Monate sprechen hier exemplarische Bände.

Wir erleben Kolleginnen und Kollegen die in Tränen ausbrechen, Bange haben zu verschlafen, oder ihrer Familie bzw. ihren Kindern nicht mehr gerecht zu werden. Wir erleben, dass viele regelrechte Furcht haben, durch AOGs irgendwo zu stranden. Auch das kann nicht das Ziel von Condor sein.

Wir erleben Angst-Situationen, beispielsweise wegen der Aufhebung der Freiwilligkeit bei China und ISU-OPS. Wir lesen täglich Nachrichten von Kolleginnen und Kollegen die Angst haben Flüge durchzuführen – Kolleginnen und Kollegen die die Belastung regelrecht auffrisst. Kolleginnen und Kollegen die nichtsdestotrotz ihren Dienst tun und für die Firma alles geben. Doch wie lange noch? Was glauben Sie wie lange diese Kolleginnen und Kollegen das noch aushalten? Was wird Condor tun, wenn wir mit noch größeren Krankheitsquoten konfrontiert werden? Wollen Sie dann „den Rest“ noch mehr belasten, bis auch diese Menschen ausbrennen? Wir nehmen im Moment war, dass diese Missstände ausgesessen werden. Auch das ist untragbar.

Kolleginnen und Kollegen der Kabine verstehen beispielsweise nicht, warum Arbeitsabläufe beinahe täglich umgestellt und oftmals kleinteiliger werden. Oder auch die desaströsen Testläufe der reservierbaren Overhead Compartments. Unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Cockpit verstehen u.a. nicht mehr warum immer mehr Zusatzarbeiten ohne Arbeitszeiterfassung erledigt werden müssen. Unglaublich viele Amendments und eine sicherheitsrelevante Informationsflut ohne klare Struktur entnervt selbst Piloten.

Zusammengefasst kann dieser wichtige Sommer nur gelingen, wenn sich alle an die Spielregeln halten und keiner beginnt Regeln zu dehnen, auszusetzen oder mit Druck auf eine Freiwilligkeit zu pochen. Wir sind gegenseitig voneinander abhängig, wir haben das gleiche Ziel, wir haben gemeinsame Spielregeln – lassen Sie uns nach diesen Spielregeln spielen.

Nur gemeinsam werden wir in eine erfolgreiche Zukunft blicken können. Nur gemeinsam werden wir das Ruder herumreißen. Nur gemeinsam werden wir unsere Condor voranbringen. Wir haben ein gemeinsames Ziel, lassen Sie uns gemeinsam und fair dieses Ziel erreichen.

Wir erwarten Ihre zeitnahe Antwort.

Unterschiften

Anja Bronstert – stv. Vorsitzende UFO

Stefan Herth – Präsident der VC

Holger Rößler – Gewerkschaftssekretär ver.di