Aircrew Alliance kritisiert Lufthansa wegen der Ankündigung des weiteren Beschäftigungsabbaus und der Ausgestaltung der neuen Airlineplattform Ocean

Aircrew Alliance kritisiert Lufthansa wegen der Ankündigung des weiteren Beschäftigungsabbaus und der Ausgestaltung der neuen Airlineplattform Ocean

21.09.2020 Press release

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit ihrer Aircrew Alliance kritisiert die erneute Erhöhung der Personalabbauzahlen und die nicht-tarifierte Gründung der Lufthansa Airline-Plattform Ocean.

Lufthansa hatte die Verhandlungen für die rund 35.000 Boden-Beschäftigten des Lufthansa-Konzerns in Deutschland Mitte August einseitig abgebrochen. „Allen ist klar, dass es ohne Einschnitte in der Lufthansa nicht weitergeht. Doch es ist auch klar, dass weiterhin zukunftsweisende Konzepte fehlen. Alleine mit Beschäftigungsabbau wird das Unternehmen nicht gerettet werden“, betont Mira Neumaier, ver.di-Bundesfachgruppenleiterin Luftverkehr. Lufthansa müsse außerdem Perspektiven zum sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern aufzeigen.

„Die Beschäftigten verdienen eine ehrliche Perspektive. Betriebsbedingte Kündigungen sind der falsche Weg“, so Neumaier. Die Beschäftigten seien bereit, ihren Beitrag zu leisten, jedoch nicht ohne dafür Sicherheiten zu erhalten. So habe Lufthansa beispielsweise 80 Altersteilzeitverträge nachträglich gekündigt und langjährig Beschäftigten wenige Monate vor Renteneintritt mit Kündigung gedroht. „Dieser Kulturwandel innerhalb der Lufthansa schürt Angst und ist eine moralische Bankrotterklärung“, betont Neumaier. Auch die Beschäftigten der Lufthansa Technik hätten begründete Ängste, da auch hier die Zukunft im Konzerninneren ungewiss sei. „Die Lufthansa als Airline braucht eine starke Lufthansa Technik mit ihren gut ausgebildeten Fachkräften und Tarifstrukturen, so Neumaier im Hinblick auf das Bestreben einer möglichen Ausgründung der Techniksparte.

Die Ängste würden auch im Bereich der Lufthansa Kabine gefördert. Für die zunächst wohl mit drei Langstreckenflugzeugen ab Frühjahr 2021 geplante Airline-Plattform Ocean veröffentlichte die Lufthansa-Gruppe jüngst Stellenausschreibungen, die Einstiegsgehälter für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter vorsehen, die noch unterhalb derer der Ryanair-Gruppe in Deutschland liegen würden. „Wer mit neun Milliarden Euro Staatshilfe gerettet wurde, kann nicht anschließend eine Airline-Plattform ohne tarifvertragliche Basis gründen, um die Beschäftigten noch weiter zu verunsichern“, kritisiert Dennis Dacke, Gewerkschaftssekretär der Aircrew Alliance in ver.di. Mit dieser neuen Airline ziele Lufthansa offensichtlich darauf ab, den Druck auf andere staatlich unterstützte Airlines im Tourismusbereich wie Condor oder Tuifly zu erhöhen. „Die Neugründung einer Airline ist mit einem enormen Investitionsbedarf verbunden. Die touristische Langstrecke ist ein hartes Geschäft. Wir vermissen eine klare, zukunftsorientierte Strategie die den Beschäftigten Sicherheit gibt sowie die tarifvertragliche Absicherung der Beschäftigten“, sagt Dacke.

Auch konzernintern würde eine Konkurrenzsituation geschaffen. „Während Flugbetriebe der Lufthansa Gruppe geschlossen werden, tarifierte Beschäftigte bei Germanwings, SunExpress Deutschland oder Brussels Airlines in Deutschland vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze stehen, baut Lufthansa im untersten Lohnsektor neue Konkurrenz auf. Das ist doppelt bitter für alle Betroffenen“, sagt Dacke. Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sollen augenscheinlich bei Ocean lediglich mit einem Grundgehalt von etwas über 1.000 Euro netto rechnen können. Die Stellenangebote würden, da noch kein Geschäft da ist, ausschließlich in Teilzeit angeboten mit der möglichen Option zur Vollzeit. „Davon kann man nicht leben“, kritisiert Dacke. „Die Lufthansa muss ihre Geschäftsmodelle krisenbedingt überdenken, eine Verlagerung von Jobs zu Konditionen, die weit unterhalb der branchenüblichen Standards liegen, ist vollkommen inakzeptabel und der falsche Weg.“ Die Aircrew Alliance fordere neben einem klaren zukunftsfähigen Geschäftsmodell und seriösen Tarifkonditionen eine vorrangige, tarifierte Perspektive für Beschäftigte die innerhalb der LH-Gruppe vor einem Arbeitsplatzverlust stünden.

ver.di und die Aircrew Alliance stehen auch weiterhin für Gespräche mit der Lufthansa bereit.

„Wer mit neun Milliarden Euro Staatshilfe gerettet wurde, kann nicht anschließend eine Airline-Plattform ohne tarifvertragliche Basis gründen, um die Beschäftigten noch weiter zu verunsichern“
Dennis Dacke, Aircrew Alliance Gewerkschaftssekretär

TUI fly: Aircrew Alliance mahnt Airline und Bund zu sozialer Verantwortung – Tarifgespräche beginnen am Freitag

TUI fly: Aircrew Alliance mahnt Airline und Bund zu sozialer Verantwortung – Tarifgespräche beginnen am Freitag

13.08.2020 Press release

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert mit Ihrer Aircrew Alliance nach der Erteilung weiterer Staatshilfen die TUI AG und den Bund auf, ihrer sozialen Verantwortung für die Beschäftigten der TUI fly in Deutschland gerecht zu werden. „Wir erwarten, dass die TUI nun für ihre Airline in Deutschland eine klare Zukunftsperspektive mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erarbeitet“, sagte Marian Drews, zuständiger Gewerkschaftssekretär für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter und das Bodenpersonal der TUI fly. Es könne nicht sein, dass das Unternehmen die Hilfen in Höhe von drei Milliarden Euro dazu verwende, mehr als 900 Stellen zu streichen, Stationen zu schließen und wesentliche Bereiche der Technik und Verwaltung hierzulande abzubauen und in Belgien und UK wiederaufzubauen. „Das passt nicht zusammen.“

Jetzt gehe es darum, mit den Beschäftigten sozialverträgliche Alternativszenarien zu entwickeln sowie Technik-, Verwaltungs- und Crewstandorte zu erhalten, so Drews weiter. Dies sei auch der klare Auftrag für die am morgigen Freitag (14. August 2020) in Hannover beginnenden Tarifgespräche zwischen der TUI fly und ver.di.

Nun sei auch der Bund gefordert, seinen Einfluss geltend zu machen, so Drews. „Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in diesem Land unterstützen die TUI nun mit insgesamt drei Milliarden Euro. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung.“

Malta Air schließt Standorte, kündigt Entlassungen an und fordert Gehaltsverzicht für fünf Jahre

Malta Air schließt Standorte, kündigt Entlassungen an und fordert Gehaltsverzicht für fünf Jahre

23.07.2020 Eilmeldung, Pressemitteilung

Die Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal zwischen Malta Air und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wurden am heutigen Mittwoch (22. Juli 2020) ohne Ergebnis fortgesetzt. Gestern hatte Malta Air bekannt gegeben, dass die Standorte an den Flughäfen Hahn, Niederrhein (Weeze) und Berlin-Tegel geschlossen werden sollen, so dass etwa 350 betroffene Kabinenbeschäftigte in den nächsten Tagen mit Kündigungen rechnen.

„Das bekannte rücksichtslose Verhalten von Ryanair und seiner Tochter Malta Air gegenüber den Beschäftigten wird mit der Schließung der drei Standorte in Deutschland nochmals besonders deutlich. Das Unternehmen verlagert das gesamte Risiko auf die Beschäftigten, deren Notlagen werden dabei komplett ignoriert“, betont ver.di-Verhandlungsführer Sven Bergelin. „In den Verhandlungen fordert Malta Air von den Beschäftigten eine langfristige Gehaltskürzung und lässt sich die Option offen, die Beschäftigten gegebenenfalls mit abgesenkten Vergütungen unterhalb des Existenzminimums in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Das zeigt den Zynismus eines Unternehmens, das mit Dumpingpreisen auf Kosten der Beschäftigten Profite erzielt.“

Bei den Tarifverhandlungen fordert Malta Air unverändert einen Gehaltsverzicht von bis zu 10 Prozent für die nächsten 5 Jahre. Zusätzlich sollen Kabinenbeschäftigte künftig nur noch nach „Bedarf“ flexibel beschäftigt und bezahlt werden.

Als Vorbedingung für Verhandlungen über einen möglichen Gehaltsverzicht forderte ver.di einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Nach den Vorstellungen von Malta Air soll es diesen jedoch nur während der Gewährung von Kurzarbeitergeld, das heißt bis maximal März 2021, geben. Unabhängig davon soll Kabinenbeschäftigte an den von Schließung betroffenen Standorten dennoch gekündigt werden, wenn sie nicht bereit sind, sich an anderen Standorten von Malta Air einsetzen zu lassen.

Die Netto-Vergütungen für Kabinenbeschäftigte liegen bei Ryanair für Vollzeitbeschäftigte regulär durchschnittlich unter 1.700 Euro und befinden sich damit bereits jetzt auf einem niedrigen Niveau tariflicher Vergütungen für Kabinenbeschäftigte in Deutschland. Während der Kurzarbeit gab es – auch durch massive Fehler bei den Gehaltsabrechnungen ab April – teilweise Auszahlungen von weniger als 800 Euro monatlich. Die Flugbegleiter hatten in den letzten Jahren mit ver.di erstmals einen Tarifvertrag und deutsches Arbeitsrecht erkämpft.

Malta Air: ver.di lehnt Angebot der Arbeitgeber als nicht akzeptabel ab

Malta Air: ver.di lehnt Angebot der Arbeitgeber als nicht akzeptabel ab

22.07.2020 Press release

Laudamotion schließt Standort Stuttgart und setzt Düsseldorfer Beschäftigte unter Druck

Laudamotion schließt Standort Stuttgart und setzt Düsseldorfer Beschäftigte unter Druck

16.07.2020 Press release

Die Ryanair-Tochter Laudamotion hat ihre, während der jetzt gescheiterten Tarifverhandlungen geäußerte, Drohung wahrgemacht und die Schließung des Standortes Stuttgart angekündigt. Zuvor hatten die Beschäftigten mit großer Mehrheit neue verschlechterte Arbeitsbedingungen abgelehnt. Diese Arbeitsbedingungen sind in einem Eckpunktepapier enthalten, das ver.di vorab in den Verhandlungen als Tarifvertrag abgelehnt hatte. Danach könnten die Kabinenbeschäftigten ca. 20 Prozent, die Piloten mehr als 30 Prozent ihres Einkommens verlieren.

„Es ist empörend, dass das Unternehmen nun diejenigen bestraft, die sich kritisch verhalten“, kritisiert ver.di-Verhandlungsführer Sven Bergelin. Auch bei einer Akzeptanz dieser extremen Lohnkürzungen verweigerte Laudamotion jeglichen Schutz von Beschäftigung und Standorten.

In Düsseldorf setzte Laudamotion die Beschäftigten, die sich gegen die neue Lohnstruktur ausgesprochen haben, unter Druck. In einem Schreiben an die betroffenen Beschäftigten drohte die Unternehmensleitung: „Überdenken Sie Ihre Position und teilen Sie uns Ihre endgültige Entscheidung (…) mit, sonst bleibt uns nichts anderes übrig, als Ihnen vor Ende des Monats zu kündigen“.

ver.di verhandelte mehrere Wochen lang mit Laudamotion über die Umsetzung einer Grundsatzvereinbarung für Piloten und Kabinenpersonal mit Sitz in Deutschland.

Sven Bergelin: „Wir hoffen, dass Laudamotion seine Entscheidung, den Standort Stuttgart zu schließen und Mitarbeiter in Düsseldorf zu entlassen, überdenkt und mit uns einen Dialog beginnt, um die Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. Laudamotion und der Ryanair-Konzern sind für die Massenentlassungen verantwortlich. Die Piloten und Kabinenbeschäftigten wollen fair behandelt werden und ihre Arbeit mit akzeptablen Standards weiter erfüllen.“

Des Weiteren machte Bergelin auf Probleme mit Crewlink, der Leiharbeitsfirma von Ryanair aufmerksam. Nach der Ablehnung des Antrags auf Kurzarbeitergeld habe das Unternehmen einseitig und tarifwidrig beschlossen, nicht die vollen Gehälter zu zahlen. Zudem seien einige Beschäftigte in Probezeit entlassen worden.

Malta Air: ver.di lehnt Angebot der Arbeitgeber als nicht akzeptabel ab

Malta Air: ver.di lehnt Angebot der Arbeitgeber als nicht akzeptabel ab

16.07.2020 Press release

Die Ryanair-Tochter Laudamotion hat ihre, während der jetzt gescheiterten Tarifverhandlungen geäußerte, Drohung wahrgemacht und die Schließung des Standortes Stuttgart angekündigt. Zuvor hatten die Beschäftigten mit großer Mehrheit neue verschlechterte Arbeitsbedingungen abgelehnt. Diese Arbeitsbedingungen sind in einem Eckpunktepapier enthalten, das ver.di vorab in den Verhandlungen als Tarifvertrag abgelehnt hatte. Danach könnten die Kabinenbeschäftigten ca. 20 Prozent, die Piloten mehr als 30 Prozent ihres Einkommens verlieren.

„Es ist empörend, dass das Unternehmen nun diejenigen bestraft, die sich kritisch verhalten“, kritisiert ver.di-Verhandlungsführer Sven Bergelin. Auch bei einer Akzeptanz dieser extremen Lohnkürzungen verweigerte Laudamotion jeglichen Schutz von Beschäftigung und Standorten.

In Düsseldorf setzte Laudamotion die Beschäftigten, die sich gegen die neue Lohnstruktur ausgesprochen haben, unter Druck. In einem Schreiben an die betroffenen Beschäftigten drohte die Unternehmensleitung: „Überdenken Sie Ihre Position und teilen Sie uns Ihre endgültige Entscheidung (…) mit, sonst bleibt uns nichts anderes übrig, als Ihnen vor Ende des Monats zu kündigen“.

ver.di verhandelte mehrere Wochen lang mit Laudamotion über die Umsetzung einer Grundsatzvereinbarung für Piloten und Kabinenpersonal mit Sitz in Deutschland.

Sven Bergelin: „Wir hoffen, dass Laudamotion seine Entscheidung, den Standort Stuttgart zu schließen und Mitarbeiter in Düsseldorf zu entlassen, überdenkt und mit uns einen Dialog beginnt, um die Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. Laudamotion und der Ryanair-Konzern sind für die Massenentlassungen verantwortlich. Die Piloten und Kabinenbeschäftigten wollen fair behandelt werden und ihre Arbeit mit akzeptablen Standards weiter erfüllen.“

Des Weiteren machte Bergelin auf Probleme mit Crewlink, der Leiharbeitsfirma von Ryanair aufmerksam. Nach der Ablehnung des Antrags auf Kurzarbeitergeld habe das Unternehmen einseitig und tarifwidrig beschlossen, nicht die vollen Gehälter zu zahlen. Zudem seien einige Beschäftigte in Probezeit entlassen worden.

easyJet – Protest gegen angekündigten Arbeitsplatzabbau

easyJet – Protest gegen angekündigten Arbeitsplatzabbau

01.07.2020 Press release

Als „schwarzen Tag“ für den Berliner Luftverkehr bezeichnete ver.di-Luftfahrtsekretär Holger Rößler die Ankündigung der britischen Firma easyJet, ihre Berlin-Flotte zu halbieren. „Diese Entscheidung ist für uns nicht nachvollziehbar und auch nicht mit den Pandemie-Folgen zu erklären. Der BER wird im Herbst ans Netz gehen und dies eröffnet für den Flugverkehr von und nach Berlin neue Chancen. Warum easyJet jetzt seine Präsenz in Berlin halbiert, bleibt im Dunkeln“, so Holger Rößler.

easyjet hat an seiner einzigen deutschen Basis in Berlin aktuell 34 Flugzeuge stationiert, bereits zum Jahresende 2020 soll nach Ankündigungen des Unternehmens diese Zahl auf 18 schrumpfen. Außerdem ist offenbar geplant, auch die Zahl der Beschäftigten von jetzt 1.540 um 738 ebenfalls zu halbieren. „easyjet hat damit geworben, ein sozial verantwortlicher Arbeitgeber zu sein. Jetzt werden wir das Unternehmen an den eigenen Ansprüchen messen und erwarten, dass die Kürzungspläne überdacht werden. Wir werden um die Arbeitsplätze in Berlin kämpfen“, so Holger Rößler. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat mit easyJet gute und faire Tarifverträge sowohl für die Kabinen- als auch für die Cockpitbeschäftigten ausgehandelt. „Es ist bitter, dass nun viele dieser Arbeitsplätze verloren gehen sollen“, sagt Holger Rößler. Erst seit Ende 2017 hat easyJet seine Berlin-Flotte deutlich ausgebaut, dazu wurden rund 1.000 Beschäftigte neu eingestellt. Viele von diesen Neueingestellten kamen von der insolventen Air Berlin. easyJet hat auch zahlreiche Start- und Landerechte von Air Berlin übernommen.

Nach internen Informationen will sich easyJet aus dem innerdeutschen Flugverkehr zurückziehen. Es sollen unter strengen betriebswirtschaftlichen Maßstäben nur noch hochprofitable europäische Ziele angeflogen werden. „Die aus unserer Sicht voreilige Entscheidung von easyJet wird wirtschaftliche Folgen für den neuen Flughafen BER haben, außerdem werden sich die Verbindungen von und nach Berlin verschlechtern“, so Holger Rößler. Wegen der zu erwartenden Folgen für die Hauptstadtregion erwartet ver.di, dass sich die Landesregierungen in Berlin und Brandenburg einschalten und zusammen mit ver.di versuchen, möglichst viele der Arbeitsplätze bei easyJet zu retten.

„Wir werden um die Arbeitsplätze in Berlin kämpfen“
Holger Rößler, Gewerkschaftssekretär

Aircrew Alliance übergibt zusammen mit Beschäftigten Luftverkehrskonzept vor dem Bundestag

Aircrew Alliance übergibt zusammen mit Beschäftigten Luftverkehrskonzept vor dem Bundestag

01.07.2020 Press release

Die Aircrew Alliance übergibt zusammenm mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) übergibt am morgigen Donnerstag (2. Juli 2020) begleitet von einer Delegation von Beschäftigtenvertretern ihr Luftverkehrskonzept und die Forderungen der Tourismusindustrie an Teile des Kabinetts. Die Delegation besteht aus Beschäftigten vieler Airlines, Beschäftigten von Bodenverkehrsdiensten und Flughafenbeschäftigten.

Unter dem Motto „Ihr fliegt in den Urlaub – Wir fliegen raus! Wer rettet uns?“ wird die Delegation zwischen 11 und 12 Uhr in Berlin, vor dem Reichstagsgebäude, Platz der Republik das Konzept überreichen. (mit Fototermin, siehe unten).

„Der Druck auf die Beschäftigten steigt von Minute zu Minute. Egal ob der angekündigte Personalabbau bei easyJet und TUIfly oder die geforderten Gehaltseinbußen von Lufthansa über Condor bis Ryanair oder die generelle Frage des Fortbestehens von Flughäfen und Bodenverkehrsdienstleistern – den Beschäftigten steht das Wasser bis zum Hals“, kritisiert die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. „Angst, Unruhe und Empörung machen sich breit, weil Unternehmen, denen staatliche Hilfen in Milliardenhöhe gewährt werden, im selben Atemzug Beschäftigungsabbau und Gehaltskürzungen ankündigen.“ Besonders betroffen seien die Beschäftigten von Germanwings, LGW und Sunexpress Deutschland.

Große Probleme gebe es auch bei easyJet, die angekündigt habe, ihre Flotte in Berlin zu halbieren. easyJet hat an ihrer einzigen deutschen Basis in Berlin aktuell 34 Flugzeuge stationiert, bereits zum Jahresende 2020 soll nach Ankündigungen des Unternehmens diese Zahl auf 18 schrumpfen. Außerdem ist offenbar geplant, auch die Zahl der Beschäftigten von jetzt 1.540 um 738 zu halbieren. Eine Entscheidung, die nicht nachvollziehbar und auch nicht mit den Pandemie-Folgen zu erklären sei. Wenn der BER im Herbst ans Netz gehe, eröffne das für den Flugverkehr von und nach Berlin neue Chancen. Nach internen Informationen wolle sich easyJet aus dem innerdeutschen Flugverkehr zurückziehen.

Auch die Beschäftigten bei Malta Air und Laudamotion, beides Unternehmen der Ryanair-Gruppe, seien extrem unter Druck. Trotz der Ankündigung, mit Gehaltsverzicht Arbeitsplätze sichern zu wollen, verweigert Malta Air einen tarifvertraglichen Kündigungsschutz. Dieser ist jedoch eine Vorbedingung für ver.di, um über einen möglichen Gehaltsverzicht zu verhandeln. Laudamotion habe bereits angekündigt, die Basen in Düsseldorf und Stuttgart zu schließen, sollte ver.di den vorgelegten Tarifvertrag nicht bis morgen unterschreiben. Nach bereits erfolgten massiven Zugeständnissen bei den Entgelten solle jetzt auch noch die Betriebszugehörigkeit der Beschäftigten erheblich verkürzt werden.

Um auf die dramatische Situation der Beschäftigten aus der Luftverkehrsindustrie und dem Tourismus aufmerksam zu machen, wird stellvertretend eine Delegation die Forderungen an die Politik übergeben. Es werde derzeit in der gesamten Luftverkehrsbranche versucht, Sozialdumping zu betreiben, betont Behle. Auch bei Bodenverkehrsdienstleistern wie AHS (Aviation Handling Services) oder touristischen Dienstleistern wie TUI AG oder Galeria Reisen (ehemals Thomas Cook) seien die Beschäftigten von harten Einschnitten und akutem Arbeitsplatzverlust bedroht. „Umfassende Staatshilfepakete wie beispielsweise für Lufthansa sind nicht an Bedingungen wie Arbeitsplatzerhalt, Schutz der Arbeitsplätze und ökologische Nachhaltigkeit gebunden. Dieses Versäumnis ist außerordentlich problematisch“, so die stellvertretende ver.di-Vorsitzende. Ein sozialer, nachhaltiger Luftverkehr sei möglich. Die Politik müsse jedoch ihrer Verantwortung gerecht werden und sich für den Luftverkehrsstandort Deutschland und seine Beschäftigten stark machen.

ver.di und die Vereinigung Cockpit hatten bereits vor zwei Wochen einen Brief mit mehr als 20.000 Unterschriften von Beschäftigten an die Bundeskanzlerin und das Bundeskabinett übergeben. In diesem Schreiben fordern die Beschäftigten im Luftverkehr, jede Form von Staatshilfe an die Zusage der Unternehmen zu binden sowie Beschäftigung und Einkommen ihrer Beschäftigten zu schützen. (mehr unter www.schutz.aero ).

ver.di kritisiert Entscheidung des TUIfly-Aufsichtsrates über eine drastische Reduzierung der Flotte scharf

ver.di kritisiert Entscheidung des TUIfly-Aufsichtsrates über eine drastische Reduzierung der Flotte scharf

19.06.2020 Press release

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die mit der Mehrheit der Kapitalvertreter gegen den Willen der Arbeitnehmervertreter getroffene Entscheidung des TUIfly-Aufsichtsrates scharf, der vom Management geplanten Reduzierung der Flotte von 39 auf 17 Flugzeuge und einem entsprechenden Personalabbau zuzustimmen. „Diese Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft und ein Affront gegenüber der Politik und den Steuerzahlern. Hier wird mit Staatshilfen eine Vernichtung von mitbestimmten und tarifierten Arbeitsplätzen geplant“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Dass das Management nicht einmal den Versuch unternommen habe, mit den betrieblichen und gewerkschaftlichen Verhandlungspartnern Kompromisslinien auszuloten, sei nicht nachvollziehbar. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz und die Zukunft der Airline kämpfen.“

Die TUIfly-Pläne würden nicht nur Hunderte berufliche Existenzen, sondern auch die Zukunft der Airline und die Qualität des TUI-Produktes gefährden, so Behle weiter. „Es ist kaum vorstellbar, dass TUI-Kunden erfreut sind, wenn sie ihren TUI-Sommerurlaub zukünftig mit billigen Sub-Charter-Airlines aus dem Ausland antreten sollen.“ Wenn das verbleibende Fluggerät der TUIfly wegen der Schließung wichtiger Bereiche von Technik und Verwaltung in Deutschland schlechter gewartet werde, drohe ein Verlust von Qualität und Sicherheit. „Hier wird mit der Zukunft der Airline und des TUI-Produkts gespielt.“

Vor der Sitzung des Aufsichtsrates am gestrigen Donnerstagnachmittag (18. Juni) hatten Hunderte Beschäftigte aus der Technik, der Verwaltung, der Bodendienste, aus Kabine und Cockpit vor der Konzernzentrale der TUI AG in Hannover gegen die Pläne demonstriert.

Wir werden um jeden Arbeitsplatz und die Zukunft der Airline kämpfen.
Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende

Lufthansa Staatsdarlehen: Aircrew Alliance fordert Arbeitsplatzsicherheit für die Beschäftigten

Lufthansa Staatsdarlehen: Aircrew Alliance fordert Arbeitsplatzsicherheit für die Beschäftigten

27.04.2020 Press release

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die Lufthansa auf, die Arbeitsplätze der Beschäftigten zu schützen und Abstand von pauschalen Personalabbau-Szenarien zu nehmen.

„Ein Neustart der Branche, unter veränderten Bedingungen, kann nur gelingen, wenn die Infrastruktur des Luftverkehrs erhalten bleibt. Zur Sicherstellung der Infrastruktur muss die Lufthansa nicht nur vor dem Bankrott geschützt werden, sondern auch die Beschäftigten müssen, als Rückgrat der Lufthansa, vor Arbeits-platzverlust geschützt werden“, betont die stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Christine Behle. Die stete und nachhaltige Sicherung der Lufthansa habe für ver.di oberste Priorität. Zu dieser Sicherung gehöre aber auch, dass den Beschäftigten eine gesicherte Perspektive gegeben werde und nicht noch zusätzliche Ängste geschürt werden.

„Wir erwarten die Sicherung der Arbeitsplätze und Einkommen, bei staatlichen Beteiligungen“, betont Behle. Am morgigen Dienstag (28. April 2020) findet ein Spitzengespräch zwischen der Lufthansa-Geschäftsführung, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Teilen des Kabinetts statt. Christine Behle wies darauf hin, dass ein Kernthema des Gespräches der Beschäftigungsschutz sein müsse.

Im Rahmen eines offenen Briefs stützen nach wenigen Tagen bereits über 18.000 Beschäftigte der Luftfahrt die Forderung nach dem Erhalt aller Arbeitsplätze und Einkommen angesichts staatlicher Milliardenhilfe. In dem gemeinsamen offenen Brief von ver.di und Vereinigung Cockpit stellen Betriebsräte und Personalvertretungen der gesamten Luftverkehrsbranche klare Forderungen für die über 300.000 Beschäftigten der Luftverkehrsbranche auf.

Den offenen Brief sowie die komplette Liste der Erstunterzeichnerinnen und Erstun-terzeichner aus Cockpit, Kabine, Flughäfen, Technik und Dienstleistern finden Sie unter www.schutz.aero .

Ein Neustart der Branche, unter veränderten Bedingungen, kann nur gelingen, wenn die Infrastruktur des Luftverkehrs erhalten bleibt. Zur Sicherstellung der Infrastruktur muss die Lufthansa nicht nur vor dem Bankrott geschützt werden, sondern auch die Beschäftigten müssen, als Rückgrat der Lufthansa, vor Arbeitsplatzverlust geschützt werden.
Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende